Unsere Fraktion war in dieser Woche im Rahmen unserer Sitzungsreihe „Fraktion vor Ort“ zu Gast im NS-Dokumentationszentrum Freiburg. Die Leiterin des Hauses, Frau Wohlrab, nahm sich viel Zeit für und gab uns einen tiefen Einblick in die inhaltliche Arbeit, die kuratorischen Entscheidungen und den täglichen Betrieb dieses besonderen Ortes.
Das NS-Dokuzentrum, das vor erst neun Monaten seine Türen öffnete, hat sich in erstaunlich kurzer Zeit zu einem wichtigen Lern- und Erinnerungsort entwickelt. Die Besucher:innenzahlen sind mit über 35.000 enorm – ein Zeichen dafür, wie groß das Interesse an historischer Aufarbeitung und politischer Bildung in Freiburg ist. Einige anfängliche „Kinderkrankheiten“ konnten mittlerweile behoben werden. So werden aktuell die Grundsteine der ehemaligen Synagoge aufgrund von Algenbefall nun sorgfältig getrocknet, bevor sie ihren Platz im Haus wieder einnehmen können.






Gleichzeitig wurde im Gespräch auch eine Schattenseite deutlich: Fast wöchentlich kommt es bei Führungen zu Vorfällen, in denen Mitarbeitende beschimpft oder sogar bedroht werden. Diese erschreckenden Ereignisse verdeutlichen einmal mehr, wie notwendig und relevant die Arbeit des Dokumentationszentrums ist – und wie wichtig es bleibt, Haltung zu zeigen und demokratische Werte zu verteidigen.
Trotz dieser Herausforderungen waren wir beeindruckt von der Ernsthaftigkeit, der Sensibilität und der hohen Professionalität, mit der das Team des Hauses arbeitet. Wir sind stolz darauf, dass Freiburg nun eine Einrichtung besitzt, die Erinnerungsarbeit so zeitgemäß, zugänglich und zugleich tiefgründig vermittelt.
Ein herzlicher und großer Dank gilt Frau Wohlrab für die engagierte Führung, den offenen Austausch und die wichtige Arbeit, die sie und ihr Team täglich leisten.