Die Stadt Freiburg steht bei der Unterbringung obdachloser Menschen zunehmend unter Druck. Die aktuellen Zahlen aus der Wohnungsnotfallhilfe zeigen deutlich: Immer mehr Menschen sind auf Unterstützung angewiesen, während die bestehenden Unterbringungskapazitäten – insbesondere für Einzelpersonen – an ihre Grenzen stoßen. Wartelisten wachsen, die Auslastung der Einrichtungen ist hoch.
Für uns als SPD+JF-Fraktion im Freibruger Gemeinderat ist klar: Diese Entwicklung verlangt nicht nur kurzfristige Lösungen, sondern auch einen genauen Blick auf die bestehenden Strukturen. Deshalb haben wir uns mit einer Anfrage an Oberbürgermeister Martin Horn gewandt.
Kosten und Wirksamkeit im Blick behalten
Ein zentraler Punkt unserer Anfrage ist die Frage nach den tatsächlichen Kosten der aktuellen Unterbringung. Wir wollen wissen, wie hoch die durchschnittlichen monatlichen Kosten pro Person in der ordnungsrechtlichen Unterbringung sind – insbesondere in Wohnheimen – und wie sich diese in den vergangenen Jahren entwickelt haben.
Gleichzeitig halten wir es für notwendig, diese Kosten in Relation zu möglichen Alternativen zu setzen. Dazu gehört insbesondere der Ansatz „Housing First“, bei dem obdachlose Menschen direkt in regulären Wohnraum vermittelt werden – begleitet durch soziale Unterstützung.
Vergleich mit dem Freiburger Mietmarkt
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für uns der Vergleich mit den Kosten, die bei einer Unterbringung in regulären Mietwohnungen entstehen würden. Grundlage dafür kann der Freiburger Mietspiegel sein. Auch wenn uns bewusst ist, dass der Wohnungsmarkt aktuell nicht ausreichend Wohnraum für alle Betroffenen bereitstellt, kann ein solcher Vergleich wichtige Hinweise für die zukünftige Ausrichtung der Unterbringungspolitik liefern.
Grundlage für eine Weiterentwicklung der Strategie
Unser Ziel ist es, eine fundierte Grundlage für die Weiterentwicklung der städtischen Unterbringungsstrategie zu schaffen. Denn die Herausforderungen werden in den kommenden Jahren nicht kleiner. Umso wichtiger ist es, vorhandene Ressourcen effizient einzusetzen und gleichzeitig neue Wege zu prüfen.
Dazu gehört auch, bestehende Konzepte offen zu hinterfragen und erfolgreiche Ansätze aus anderen Städten in den Blick zu nehmen. „Housing First“ kann dabei ein Baustein sein – neben weiteren Maßnahmen, die sowohl soziale als auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen.