Nach der Hitze ist vor der Hitze

Julia Söhne und Stefan Schillinger

Die Extremhitze Ende Juni hat Freiburg mit voller Wucht erfasst – und sie hat gnadenlos offengelegt, in wie vielen Bereichen wir beim Hitzeschutz noch massiven Nachholbedarf haben, wie Julia Söhne, Fraktionsvorsitzende, betont: „Was wir Ende Juni erlebt haben, war auch ein Blick in die Zukunft: Wir werden die Folgen des menschengemachten Klimawandels in den nächsten Jahren noch stärker spüren als jetzt schon. Angesichts dieser zunehmenden Hitzeperioden ist Hitzeschutz keine Randfrage, sondern eine zentrale Aufgabe des Gesundheitsschutzes. Hier stehen wir als Stadt in der Verantwortung, vor allem für die besonders vulnerablen Gruppen: Für Kinder und Jugendliche, die einen Großteil ihres Tages in Schulen und Kitas verbringen. Für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, denen die Hitze körperlich besonders zu schaffen macht. Und nicht zuletzt für die wohnungslosen Menschen in den städtischen Notunterkünften, die aktuell in keiner Weise für diese Extremhitze ausgelegt sind. Diesem Thema werden wir uns im nächsten Doppelhaushalt verstärkt widmen müssen.“

Es braucht einen Plan für Schulen und Kitas

An den Schulen und Kitas ist in den Hitzetagen aus Sicht unserer Fraktion deutlich geworden, dass es an einem schlüssigen Gesamtkonzept fehlt, erklärt Stefan Schillinger, bildungspolitischer Sprecher: „Notwendig ist ein Plan, der kurzfristige, mittelfristige und langfristige Maßnahmen für die unterschiedlichen Gebäude und Standorte zusammenführt, anstatt einzelne Maßnahmen aus verschiedenen Fördertöpfen zu finanzieren. Außerdem erwarten wir von der Stadtverwaltung eine transparente Priorisierung. Freiburg verfügt über 65 öffentliche Schulgebäude, die sehr unterschiedlich von Hitze betroffen sind. Deshalb braucht es nachvollziehbare Kriterien, nach denen Sanierungs- und Hitzeschutzmaßnahmen nach Dringlichkeit umgesetzt werden.“

Mit der beschlossenen Klimaanpassungsstrategie und dem Aktionsplan liegen bereits gute Grundlagen auf dem Tisch, allerdings kommt es jetzt darauf an, die Schutzmaßnahmen zügig umzusetzen, ausreichend zu finanzieren und in ein verbindliches Gesamtkonzept zu überführen. „Und wir werden darüber hinaus tätig werden müssen: In einigen Gebäuden werden wir um den Einbau von Klimaanlagen nicht drum herum kommen, wenn dort in sommerlichen Hitzetagen noch Unterricht stattfinden soll. Hier plädieren für pragmatische Lösungen in Kombination mit dem Einbau von Photovoltaikanlagen, damit Hitzeschutz und Klimaschutz Hand in Hand gehen.“

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